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Liz Rech

Performing Citizenship – Versammlung in (der) Bewegung. Die Körper der Bürgerschaft/en und ihre Bewegungen im Raum

Die Begriffe BEWEGUNG und MOBILISIERUNG sind hochinteressante – weil doppeldeutige – Begriffe, die zum einen auf das Feld der Politik, zum anderen aber auch auf den Bereich des Körpers und der Choreographie verweisen. In beiden Feldern geht es um „Versammlung in der Bewegung“ und um „das Werden der Vielen“ (Kunst 2014). In meinem Dissertationsvorhaben untersuche ich die Begriffe BEWEGUNG und MOBILISIERUNG im Spannungsfeld zwischen Choreographie/Tanz, Performance, Aktionismus und Politik. Meine künstlerische Forschung setzt sich mit der Praxis der Bewegung – im vielfachen Wortsinn – auseinander. Thema ist die Versammlung, und Präsenz widerständiger Körper in der Öffentlichkeit und die Herstellung von temporären kollektiven Identitäten in (der) Bewegung durch eine „soziale Choreographie“ (Hewitt 2005). Der Begriff der Versammlung funktioniert hier doppeldeutig – zum einen als politische Versammlung, zum anderen als Versammlung der Körper in der Bewegung. Beide Arten der Versammlung stellen temporär an einem bestimmten Ort Gemeinschaft her, wobei der Begriff der Gemeinschaft hier mit Nancy als „Mit-Sein“, als Kopräsenz gedacht wird und nicht als abgeschlossener Kollektivkörper. Im Rahmen der Versammlung ereignet sich das Politische im Zwischenraum, insbesondere im „Dazwischen“ der (sich bewegenden) Körper, die dadurch in besonderer Weise sichtbar werden. Die Arbeit an performativen Interventionsformaten, Märschen und kollektiven Tänzen im öffentlichen Raum und im sog „Theaterraum“ stellt also immer auch die entscheidende Frage nach der Sichtbarkeit von politischen Subjekten