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Katharina Kellermann

Citizenship und Politiken der Erinnerung. Sound als erinnerungskulturelles Medium im postkolonialen Hamburg.

Die Rolle der Hansestadt im deutschen Kolonialismus und entsprechende Spuren davon im Stadtraum wie in einer öffentlichen Debatte, sind als erinnerungspolitisches Feld Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit performativen Formen der Erinnerung, Geschichtsaufarbeitung und Geschichtsschreibung durch das Medium Sound. Klang und Akustik werden als Forschungsperspektive auf den Zusammenhang von Erinnerungskultur und Stadt genutzt. Das Vorhaben versucht Politiken und Akte des Zuhörens theoretisch zu konzeptionieren und künstlerisch zu gestalten und vermitteln.

Anhand der beiden künstlerischen Forschungsprojekte How to hear the invisible und Call to Listen werden Situationen des Zuhörens initiiert, die eine Aufarbeitung von und Erinnerung an koloniale Politiken gleichermaßen verräumlichen und enträumlichen. Die Projekte untersuchen, wie der Kolonialismus mit seinen Kontinuitäten und Auswirkungen in einer zeitgenössischen Erinnerungskultur thematisiert wird und welche Perspektiven darin Repräsentation finden. Dabei steht besonders im Fokus, wie bestehende Konstruktionen von Raum, Geschichte und Gedächtnis durch post_koloniale und antirassistische Arbeit erinnerungskulturell mitbestimmt und performativ umgedeutet werden.

Künstlerisches Arbeiten mit Klang als nicht-visueller Kunstform wird genutzt, um partizipatorische Akte des Zuhörens und Erinnerns zu gestalten und nach einer akustischen Ausdrucksweise zu suchen, die sich ich einer vorherrschenden monumentalen Erinnerungskultur schon der Form nach widersetzt. Durch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Stimme wie mit unterschiedlichen akustischen Verfahrensweisen (Klangqualität, Montage und akustische Figuren) werden Möglichkeiten und Spezifika der akustischen Repräsentation sowie das politisches Potential von Sound als Medium der Intervention, der Kommunikation und schließlich der Erinnerung unter postkolonialen Fragestellungen ausgelotet.

www.how-to-hear-the-invisible.org

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