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Moritz Frischkorn

Material Citizenship

In seinem künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekt ‘Material Citizenship’ beschäftigt Moritz Frischkorn sich mit der Frage, wie Alltagsgegenstände und Dinge durch Choreographie artikuliert werden können, um Teil von bürgerschaftlichen Kollektiven zu werden. Angelehnt an die Handlungstheorie Bruno Latours und jüngere objekt-orientierte Philosophie entwickelt er choreographische Ontologien und forscht nach Dingen als Performer. Konkreter Ausgangspunkt der Forschung, die von Mirjam Schaub und Kerstin Evert betreut wird, sind Formen sozialer Proteste, in denen Dinge ihren herkömmlichen Ort verlassen und als Mithandelnde an der Neu-Verhandlung gemeinschaftlicher Lebenswelten teilzunehmen. Wenn plötzlich maßenhaft Regenschirme in den Straßen von Hong-Kong auftauchen und zur Phalanx gegen Tränengas werden, oder Klobürsten unter Jacken hervorgezogen und von der Polizei konfisziert werden, kündigt sich damit nicht das Versprechen einer performativen Neuordnung des Verhältnisses von Ding und Mensch an? Wie kann eine solche Neuordnung als choreographische Ordnung beschrieben und zugleich getanzt werden?