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Vortragsreihe mit Anke Haarmann, Mieke Matzke, Karim Benammar und Wolfgang Krohn

Im Wintersemester 2015/2016 wird es im Rahmen des Kolloquiums “Methoden, Ansätze und Strategien künstlerischer Forschung” eine Reihe öffentlicher Vorträge geben. Die Veranstaltungen beschäftigen sich vorwiegend mit methodischen Fragen künstlerischer und performativer Forschung.

Den Auftakt gestaltet am 03. November 2015 die Konzeptkünstlerin und Theoretikerin zur visuellen Kultur Anke Haarmann, die uns einen Einblick in ihre Methodologie des künstlerischen Forschens gewährleistet. Am 17. November ist die Performance-Künstlerin und Theaterwissenschaftlerin Mieke Matzke zu Gast und spricht über Formen forschender Theaterpraxis. Der Philosoph Karim Benammar lädt am 24. November unter dem Titel „Rethinking Citizenship“ zu einem Public Dialogue ein. Den 01. Dezember gestaltet der Wissenschaftsphilosoph Wolfgang Krohn und spricht in seinem Vortrag über die „Gesellschaft als Labor“.

Öffentliche Veranstaltungen Wintersemester 2015/2016

03.11.2015, 18.00 – 20.00 Uhr, K3 – Zentrum für Choreographie, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

Anke Haarmann: „Kunst und Methode“

Das Ziel künstlerischer Forschung kann nicht sein, ästhetische Praktiken bloß mit dem Zusatz von natur-, geistes- oder sozialwissenschaftlichen Forschungsverfahren in den Stand der Wissenschaftlichkeit hinein zu versetzen. Kunst + Text macht keine ästhetische Forschung. Das Ziel müsste sein, die originären ästhetischen Praktiken des künstlerischen Forschens zu identifizieren und zu reflektieren. Aber kann es eine Methodologie künstlerischen Forschens geben?

Anke Haarmann arbeitet als Konzeptkünstlerin, Kuratorin und Theoretikerin zur visuellen Kultur, zur künstlerischen Forschung und Epistemologie, zur Theorie des Subjekts sowie zum öffentlichen Raum.

17.11.2015, 18.00 – 20.00 Uhr, K3 – Zentrum für Choreographie, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

Mieke Matzke: „(Selbst-)Beobachtung – Formen forschender Theaterpraxis“

Zahlreiche Inszenierungen der letzten Jahrzehnte machen das Theater selbst zum Untersuchungsgegenstand. Die Aufführung wird zum Experimentalaufbau, der die Bedingungen des Theaters untersucht.  Ausgehend von der Prämisse, dass die künstlerische Praxis selbst Theatertheorie generiert, soll im Vortrag zu fragen sein, welche Theorien und Methoden des Forschens in der künstlerischen Praxis entwickelt werden. Wie können die Verknüpfungen der Beziehung von Theater-Praxis und Theorie, die Reibungen, Widerstände und Diskurse beschrieben werden?

Mieke Matzke ist Performance-Künstlerin und Theaterwissenschaftlerin. Sie ist Gründungsmitglied der Performance Gruppe She She Pop.

24.11.2015, 18.00 – 20.00 Uhr, K3 – Zentrum für Choreographie, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

Karim Benammar: Public Dialogue „Rethinking Citizenship“

Wir verhalten uns immer weniger wie passive Konsumenten, sondern werden zunehmend zu proaktiven (Mit-)Schaffenden. Diese weitreichende Paradigmenverschiebung verändert bestehende Machtdynamiken in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Wirtschaft und Politik. Wie kann „citizenship“ heute durch neue Formen des Teilens und der Gemeinschaft anders gedacht werden? Wie beeinflusst diese Veränderung bestehende Autoritätsbeziehungen, Eigentum, Verantwortung und Identität?

Karim Benammar ist Philosoph und spezialisiert auf Strategien und Theorien des Denkens. Er unterrichtete an Universitäten in Amsterdam und Kobe (Japan) und ist Autor des Buches Abundance and Reframing – The Art of Thinking Differently.

01.12.2015, 18.00 – 20.00 Uhr, Fundus Theater, Hasselbrookstraße 25, 22089 Hamburg

Wolfgang Krohn: „Die Gesellschaft als Labor“

Die Vorstellung, als Versuchskaninchen für Innovationsprojekte herzuhalten, kommt nicht gut an – beim Einzelnen, in der Presse, in der Politik. Spannend wird es, wenn sich Akteure zusammentun, um gemeinsam ein Projekt zu entwerfen, dessen Durchführung voller Überraschungen und dessen Ausgang offen ist. Wenn sich die Akteure nicht der Illusion einer geradlinigen Abwicklung eines Plans hingeben, befinden sie sich in einem Gestaltungsprozess, in dem es um den Mut zum Probieren, um genaue Beobachtung, die Bereitschaft aus Irrtümern und Fehlern zu lernen und um die Offenheit, die Ziele anzupassen, geht. Dies sind die Charakteristika von „Realexperimenten” außerhalb der Wissenschaft. Sie finden statt in „Reallaboren” außerhalb der Forschungseinrichtungen. Der Vortrag soll zu einer Diskussion darüber anregen, wie stark dieses Potential einer selbstexperimentellen Gesellschaft ist.

Wolfgang Krohn ist Techniksoziologe und Wissenschaftsphilosoph. Er forscht und lehrte an der Universität Bielefeld.